CoCre-HIT Kompendium

Sensitizing Concept

Diversität

  • Claudia Boscher,
  • Tim Weiler

Diversität im partizipativen Design bedeutet, die Vielfalt der Lebensrealitäten, Bedürfnisse und Perspektiven der Projektbeteiligten nicht nur zu erkennen, sondern aktiv in den Gestaltungsprozess einzubeziehen. Dazu gehört ebenfalls die Berücksichtigung der Positionierungen (Positionalität) der Akteure, um Machtungleichgewichte zu reflektieren, Barrieren abzubauen und inklusive, gerechte Lösungen zu entwickeln.

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Diversität im partizipativen Design bedeutet, die spezifischen Bedürfnisse, Interessen, Perspektiven und Lebensrealitäten der beteiligten Akteure bewusst zu erkennen und angemessen zu berücksichtigen. Dies erfordert ein Verständnis für Diversität und die unterschiedlichen Positionierungen (Positionalitäten) der Beteiligten, wie kulturelle Hintergründe, Geschlecht, Alter, Behinderungen oder sozioökonomische Faktoren. Durch die Anerkennung und Integration dieser Unterschiede wird sichergestellt, dass entwickelte Lösungen inklusiv, gerecht und für alle relevanten Gruppen zugänglich sind.

Diversität betrifft dabei nicht nur den sensiblen Umgang mit einzelnen Personen oder Gruppen, sondern schließt auch die Berücksichtigung des gesamten soziokulturellen Hintergrunds sämtlicher direkt und indirekt betroffenen Akteur*innen mit ein (Wulf et al. 2018). Dies erfordert ein umfassendes Verständnis für gesellschaftliche Kontexte und strukturelle Bedingungen.

Ein diversitätsbewusster Ansatz fördert gegenseitige Lernprozesse: Entwickler*innen und Forscher*innen gewinnen Einblicke in die jeweiligen Lebenswelten, auch nicht-technikaffine Partner*innen werden befähigt, ihre Vorstellungen und Wünsche zu artikulieren und ein Verständnis für technologische Möglichkeiten entwickeln. Dies trägt dazu bei, implizite Wissensstrukturen aufzudecken und kreative Potenziale zu entfalten, die in traditionellen, nicht-partizipativen Entwicklungsprozessen oft unentdeckt bleiben (Kernebeck et al. 2024). Die Berücksichtigung von Diversität und unterschiedlichen Positionalitäten innerhalb von Co-Design-Prozessen ist essenziell, um Barrieren abzubauen und die Inklusion aller Beteiligten zu gewährleisten.

Ein bewusster und reflektierter Umgang mit Diversität fördert nicht nur die Qualität der Ergebnisse, sondern trägt auch dazu bei, dass die entwickelten Lösungen den vielfältigen Bedürfnissen der unterschiedlichen Akteure – sowohl der Nutzer*innen, als auch der Forschenden und der indirekt beteiligten Partner – gerecht werden.

Um Diversität erfolgreich für den Prozess des partizipativen Designs nutzbar zu machen, ist die Reflexion der eigenen Positionalität entscheidend. Forscher*innen und Designer*innen und ebenfalls die Co-Forschenden müssen sich ihrer eigenen sozialen und kulturellen Position sowie der damit verbundenen Vorurteile und Privilegien bewusst sein, um Machtungleichgewichte zu minimieren und eine echte Zusammenarbeit zu fördern. Dies beinhaltet beispielsweise die Reflexion darüber, wie die eigene Identität und Position die Wahrnehmung und Interpretation der Bedürfnisse der Nutzer*innen beeinflussen kann. Entsprechend müssen Forschende nicht nur die Perspektiven der Teilnehmenden, sondern auch ihre eigenen Rollen und Positionen innerhalb eines Projekts kontinuierlich hinterfragen, um sowohl Prozesse als auch Ergebnisse angemessen bewerten zu können.

Literatur

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Praxisbeispiele zu "Diversität"

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