CoCre-HIT Kompendium

Sensitizing Concept

Wertschätzung

  • Claudia Boscher

Wertschätzung bedeutet, den Wert einer Person, einer Sache oder einer Handlung zu erkennen und anzuerkennen. Im partizipativen Design umfasst es die Anerkennung und respektvolle Behandlung aller Beteiligten, um eine positive und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

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Wertschätzung im Sinne des partizipativen Designs umfasst die Anerkennung und respektvolle Behandlung aller Beteiligten, um eine positive und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Es ist eine positive innere Haltung (Holzrichter, 2023), die sich durch Respekt, Anerkennung und aufrichtige Dankbarkeit ausdrückt. Wertschätzung zeigt sich sowohl in der Art, wie wir über andere denken, als auch in unserem konkreten Verhalten - durch aufmerksames Zuhören, ehrliches Lob, Interesse an der Person und ihren Leistungen sowie durch einen respektvollen Umgang miteinander. Wertschätzung wirkt sich stark auf die Motivation aus und somit auf das Gesamtergebnis (Petzold et al., 2024).

Als Sensitizing Concept sensibilisiert es ebenfalls für Machtdynamiken, implizite Hierarchien und die Notwendigkeit echter Partizipation statt oberflächlicher Einbindung. Im Bereich der Gesundheitstechnologie-Entwicklung kommt der Wertschätzung eine besondere Bedeutung zu, da hier fast immer vulnerable Gruppen betroffen sind. Zudem sind es komplexe Bedürfnisse und Erfahrungen von Patientinnen die es zu berücksichtigen gilt.

Kerndimensionen der Wertschätzung:

Anerkennung von Expertise: Jede Person bringt wertvolles Wissen und Erfahrungen ein. Die aktive Einbeziehung von Nutzerinnen in alle Phasen des Designprozesses, z.B. durch Co-Design-Workshops, führt zu innovativen Lösungen und einer höheren Akzeptanz der entwickelten Produkte.

Gleichberechtigter Dialog: Alle Stimmen werden gehört und ernst genommen. Unterschiedliche Perspektiven und Kommunikationsformen werden respektiert. Dies fördert eine offene und konstruktive Zusammenarbeit.

Aktive Einbindung: Nutzerinnen sowie forschungsferne Stakeholder werden nicht nur konsultiert, sondern aktiv in Entscheidungen eingebunden. Ihre Beiträge fließen direkt in die Entwicklung von Lösungen ein.

Respektvoller Umgang mit Ressourcen: Das Engagement der Teilnehmenden und deren Arbeitsaufwände werden geschätzt. Eine gute Vorbereitung, effektive Moderation und transparente Kommunikation über die Verwendung der Ergebnisse sind entscheidend.

Kulturelle Sensibilität: Unterschiedliche kulturelle Hintergründe werden berücksichtigt. Dies erfordert ein hohes Maß an interkultureller Kompetenz und Sensibilität.

Empowerment: Wie können wir die Teilnehmenden dazu befähigen, ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen zu vertreten?

Reflexivität: Wie können wir die eigenen Machtpositionen und Vorannahmen reflektieren und transparent machen?

Literatur

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