Sensitizing Concept
Motivation
- Claudia Boscher,
- Prof. Dr. Claudia Müller
Im partizipativen Design beschreibt „Motivation“ die Beweggründe und inneren Antriebe, die Personen dazu bewegen, an einer Aktivität teilzunehmen oder ein Ziel zu verfolgen.
Im partizipativen Design muss Motivation häufig zunächst durch die Projektakteure bewirkt werden, indem die Teilnehmenden aktiv zur Mitwirkung ermutigt und durch verschiedene Ansätze und Rahmenbedingungen unterstützt werden. Motivation im Sinne des partizipativen Designs bezieht sich auf alle Beteiligten, also auf die Forschenden unterschiedlicher Disziplinen sowie auf die Co-Forschenden und Praxispartner. Motivierend wirken können die möglichen Vorteile, welche von verschiedenen Stakeholder erwartet werden, ein günstiges Aufwand-Nutzen-Verhältnis und die Transparenz zwischen Erwartungen, Aufwand und für mögliche Projektresultate. Ziel ist es, einen gemeinsamen Gestaltungsrahmen zu schaffen, in dem alle Beteiligten ihre Perspektiven und Ressourcen einbringen und von einer gemeinschaftlichen Zusammenarbeit profitieren können.
Besonders die Einladung von Menschen mit wenig Digitalerfahrung muss vorab gut reflektiert werden. Wie wird das Forschungsthema kommuniziert, das in IT-Forschungsprojekten oft sehr technikfokussiert ist? Häufig ist es empfehlenswert nicht das Technikthema selbst in den Fokus zu stellen, sondern eher die möglichen Auswirkungen oder Veränderungen bestehender sozialer Praxis, die für die partizipierenden Praxispartner anstrebenswert sein könnten.
Mit einer fortlaufenden, niedrigschwelligen und alltagsnahen Schulung, die die persönliche und kollektive Auseinandersetzung mit digitalen Anwendungen ermöglicht, kann der technologische Projektfokus schrittweise gestärkt werden. Die Übergänge zwischen Austausch, Gesprächen und ethnographischen Erkenntnissen zu Alltagszusammenhängen und Sichtweisen der Teilnehmenden und niedrigschwelligen Hilfen/ Schulungen zum Erwerb von Wissen und Kompetenzen für die Einschätzung und konkrete Nutzung digitaler Anwendungen können dabei fließend sein (Müller et al. 2015).
1: Einbindung persönlicher Interessen und Perspektiven
2: Verstärkung des Gemeinschaftsgefühls
3: Erfolgserlebnisse ermöglichen
4: Belohnung und Wertschätzung