Praxisbeispiel
Niedrigschwellige Einbeziehung von wenig technikaffinen Personen
- Alina Huldtgren
2.6.2025
Im Rahmen des Projektes wurde ein Seniorinnen-Café etabliert, bei dem Seniorinnen in entspannter Atmosphäre an Technikthemen herangeführt wurden. Mit dem Angebot sich gemeinsam bei Kaffee und Kuchen auszutauschen und dies mit dem Einsatz niedrigschwelliger und alltagsorientierter Methoden wie dem World Café und Gamification schaffte das Forschenden-Team einen für die Seniorinnen angenehmen Raum, sich mit digitalen Themen wie digitale Alltagshelfer oder Internetsicherheit auseinanderzusetzen. Die Forschenden hatten gleichzeitig die Möglichkeit, alltagsbasierte Daten in Form von Sichtweisen und Haltungen der älteren Teilnehmenden zu erheben. (1) Ansprechen von Seniorinnen mit unterschiedlichen Technikkenntnissen. (2) Schaffung einer entspannten Atmosphäre für den Dialog und Formen einer Community rund um Technikthemen.
Digitalkompetenz von Senior*innen steigern
Laufzeit 02/2022 bis 12/2022
Räumliches Setting Partizipatives Forschungsprojekt mit Senior*innen in Quartierszentren in Großstadt.
Zielgruppe Senior*innen
Herausforderung
Initiativen zur Steigerung der Digitalkompetenz bei Senior*innen erreichen oft jene, die sich schon für Technik interessieren, aber nicht diejenigen, die aufgrund von Ängsten und Hemmungen sich nicht an digitale Medien heranwagen. Häufig schreckt auch das „Kurssetting“ ab, man lernt lieber mit Gleichgesinnten auf Augenhöhe.
Vorgehensweise
Zu Beginn des Projektes wurde gemeinsam mit Akteuren der sozialen Seniorinnenarbeit in Düsseldorf, überlegt, wie man auch wenig technikaffine Senioren für die Mitarbeit am Projekt gewinnen könnte. Die entwickelte Lösung war die Etablierung von alle 6 Wochen stattfindenden ‚Kaffee-und-Kuchen-Veranstaltungen‘, verteilt über verschiedene Seniorinnenzentren in der gesamten Stadt (In Düsseldorf heißen diese Zentren „Plus“.) Dabei ging es um einen lockeren Austausch bei Kaffee und Kuchen. Kaffee und Kuchen Treffen fanden zu der Zeit nicht regelmäßig statt, es wurde aber von den Sozialarbeiterinnen berichtet, dass offene Treffen mit Kaffee und Kuchen in der Vergangenheit schon Seniorinnen anzogen.
Zu jedem Termin wurde ein Oberthema festgelegt, z. B. „digitale Alltagshelfer“ oder „Sicherheit im Internet“. Kombiniert mit niedrigschwelligen Methoden wie zum Beispiel ein World Café (wobei die Moderatorinnen die Tische wechselten, da die Seniorinnen nicht so mobil waren) oder einem Jeopardy-Quiz zu digitalen Fachwörtern (Gamification) wurden die Treffen zu einer lustigen Runde, in der Seniorinnen und Projektmitarbeitende in lockerer Atmosphäre die genannten Themen besprachen. Es gab bei den Treffen auch immer Raum für konkrete Fragen der Seniorinnen, z.B. wenn Probleme mit dem eigenen Endgerät auftraten. Die Projektmitarbeitenden bemühten sich in diesen Fällen, Lösungen zu zeigen.
Ergebnisse und Reflexion
Durch dieses Format konnten die Projektmitarbeitenden eine Vielzahl von Seniorinnen mit unterschiedlichen Hintergründen und Technikkenntnissen kennenlernen. Es konnten auch solche Seniorinnen erreicht werden, die sich normalerweise nicht an technischen Projekten beteiligen würden.
Schlussfolgerung
Das „Kaffee & Kuchen“-Format erwies sich als effektiver Türöffner, um Seniorinnen an Technikthemen heranzuführen. Die entspannte Atmosphäre half, Hemmungen abzubauen und einen offenen Dialog zu schaffen, der die Seniorinnen befähigte, sich mit digitalen Themen auseinanderzusetzen. Durch die persönliche Ansprache und den Raum für individuelle Fragen konnte das Projekt auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der Seniorinnen eingehen. Gleichzeitig konnten die Forschenden Einblicke erhalten über den Umgang der Seniorinnen mit ihren digitalen Geräten oder wie sie vor ihrem eigenen Alltagserleben über digitale Themen nachdachten.
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